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Anaphylaxie – bewusst leben, Risiken vermeiden.

Als Anaphylaxie bezeichnet man eine allergische Reaktion, die den ganzen Körper erfassen kann und daher die schwerste Form einer Allergie ist.

Ein Leben mit Allergien - Hilfe für den Alltag

Die Diagnose Anaphylaxie-Risiko ist zunächst Angst-einflößend. Aber Sie sind ab jetzt nicht mehr alleine. Wir zeigen Ihnen einen Weg auf, den Sie gehen können, um mit diesem Risiko umzugehen.

Anaphylaxie in Kita und Schule

Immer mehr Kinder haben ein Risiko für anaphylaktische Reaktionen. Sie können bei guter Aufklärung, konsequenter Allergenvermeidung und passendem Notfallmanagement an allen Aktivitäten des Kita- und Schullebens teilnehmen.

Aus der Beratungspraxis des Deutschen Allergie- und Asthmabundes haben wir folgende Tipps für Sie zusammen gestellt:

1. Setzen Sie als Eltern im Gespräch mit der Kita oder Schule auf Aufklärung und Kooperation

Informieren Sie Mitarbeiter und Leiter der Einrichtung positiv und sachlich über die Allergie und das Anaphylaxierisiko Ihres Kindes und bitten, ohne zu fordern, um Unterstützung. Stellen Sie dar, dass die Erkrankung zwar Respekt erfordert, dass aber auch eindeutige, klar definierte Maßnahmen und einfach durchzuführende Handlungsweisen zur Ersten Hilfe existieren.

Aspekte, die Sie erwähnen sollten:

  • Die Anaphylaxie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die im Notfall schnelles Handeln erfordert.
  • Je nach Schweregrad der Reaktion kann die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu lang sein, so dass das Kind auf lebenserhaltende Erste Hilfe-Maßnahmen seitens des Kita- /Schul– oder Hort-Personals angewiesen ist.
  • Anaphylaktische Reaktionen sind selten, da der Fokus auf dem Meiden des Auslösers liegt.
  • Das Notfallmanagement ist das Sicherheitsnetz, welches nur dann zum Einsatz kommt, wenn ein versehentlicher Kontakt mit dem Allergieauslöser stattfindet.
  • Die Erste Hilfe-Maßnahme im Anaphylaktischen Notfall besteht in der Gabe von Adrenalin durch den Autoinjektor.
  • Die Risikoeinschätzung für das betroffene Kind wird von einem Arzt vorgenommen. Verschreibt dieser einem Kind den Adrenalin-Autoinjektor, bedeutet dies (automatisch), dass für dieses Kind die Notwendigkeit der Gabe des Adrenalins besteht.
  • Es muss keine Dosierung vorgenommen werden, da Adrenalin-Autoinjektoren nur eine, dem Gewicht angepasste Dosis des Medikaments enthalten, d.h. sie ist direkt und nur einmal zu verwenden.
  • Der Adrenalin-Autoinjektor ist eine speziell für den Gebrauch durch den Laien konzipierte Injektion und daher in Handhabung und Anwendung einfach und schnell erlernbar.
  • Adrenalin ist ein körpereigenes Hormon. Es hilft im Notfall schnell und ist - korrekt verabreicht - für Kinder unproblematisch ist, d.h. es hat so gut wie keine Nebenwirkungen.
  • Aus medizinischer Sicht kann der Adrenalin-Autoinjektor nicht „zu früh“ gegeben werden, da niemand, weder Experte noch Laie am Anfang einer Reaktion absehen kann, wie sich diese entwickelt, d.h. ob es eine lebensbedrohliche oder eine selbst-limitierende Reaktion ist. Um eine Reaktion effektiv bekämpfen zu können, muss Adrenalin jedoch frühzeitig verabreicht werden, da es später nicht mehr so gut wirkt.
  • Anhand des Trainers (ohne Nadel und Medikament) besteht die Möglichkeit, die Anwendung praktisch einzuüben.
  • Die Gabe des Adrenalin-Pens ist eine Hilfe! Man kann nichts falsch machen.

Genaue Handlungsanweisungen für das Verhalten bietet der Anaphylaxie-Notfallplan – für Schulen und Kitas auch als nicht-personalisiertes DIN A 3 Poster (diesen erhalten Sie beim DAAB).

2. Wünsche sachlich, klar und eindeutig formulieren

Auch wenn es sich um ein sehr emotionales Thema handelt, treten Sie ruhig und neutral auf. Suchen Sie den Dialog und zeigen Sie Verständnis für mögliche Bedenken des Betreuungspersonals. Meist sind Unwissenheit und Angst die größten Stolpersteine für eine adäquate Betreuung Ihres Kindes. Begegnen Sie diesen durch Aufklärung mittels gezielter Information und praktischen Hilfestellungen.

3. Formulare beibringen

Der Anaphylaxie-Notfallplan dient als Attest des Arztes über das Vorliegen der Allergie und auch als Handlungsanweisung zum Verhalten in Notfall inklusive zu verabreichender Medikamente.
Mit der Ermächtigungsbescheinigung übertragen Sie die Personensorge zur Medikamentengabe auf Erzieher/Lehrer und halten fest, wer in Sachen Notfallmanagement geschult ist.
Beides kann beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) angefordert werden.

4. Notfallmanagement

Bieten Sie an, die Mitarbeiter der Einrichtung in der Handhabung des Adrenalin-Autoinjektors zu schulen. Es kann hilfreich sein, einen Kinderarzt zu bitten, dass er zum Thema „Anaphylaxie“ informiert. Der DAAB bietet regelmäßig Webinare für ErzieherInnen und LehrerInnen zum Notfallmanagement an.
Als DAAB Mitglied können Sie kostenfrei einen Trainings-Pen (ohne Nadel und Medikament) anfordern.

5. Aufbewahrung des Notfall-Sets

Grundsätzlich sollte das Notfallset immer von der betroffenen Person mitgeführt werden. Dies ist bei Kindern jedoch erst ab einem bestimmten, individuell festzulegenden Alter möglich. Bei Kita- Kindern ist die Aufbewahrung durch die Betreuungskräfte notwendig. Hier ist darauf zu achten, dass der gewählte Ort zentral und immer erreichbar ist. Weisen Sie darauf hin, dass das Notfallset bei Ausflügen mit eingepackt wird.